Spuren die nicht vergehen

Eine Studie über Zwangsarbeit und Entschädigung

von Dieter Vaupel

Die Leidenszeit jüdischer Zwangsarbeiterinnen, die während des 2. Welkriegs in der ehemaligen Sprengstoffabrik Hessisch Lichtenau eingesetzt wurden, endete nicht 1945. Neben körperlichen Spätfolgen waren es vor allem psychosomatische Krankheiten und Angstzustände, die einen Neuanfang nach den traumatischen Erfahrungen in Lager und Fabrik erschwerten. Eine Entschädigung erfuhren die Frauen - wenn überhaupt - nur ansatzweise. Diese Fallstudie über Zwangsarbeit und Entschädigung stützt sich auf umfangreiche archivalische Quellenbestände und zahlreiche Zeitzeugengespräche. Sie gliedert sich in zwei große Teile: die Zeit der Frauen 1944/45 im Lager und die nach der Befreiung. Zunächst wird die Geschichte des KZ-Außenkommandos Hessisch Lichtenau dargestellt. Über die Lokalität des Lagers hinaus wird ein Beitrag zum KZ-System des Dritten Reiches geschrieben. Der zweite Teil ist der Entschädigung der Überlebenden gewidmet. Das Spektrum umfaßt politische, juristische, medizinische und ethisch-moralische Fragestellungen. Die Studie beleuchtet exemplarisch einen Bereich deutscher Nachkriegsgeschichte, der gerade in den letzten Jahren wieder aktuell geworden ist.

 

"Wir, die Nachkriegsgeneration, sind zwar nicht verantwortlich für das, was damals geschah, aber wir sind verantwortlich dafür, wie heute damit umgegangen wird." (Vaupel, zitiert in HNA, 27.Dezember 2000)

  

"Die nachlassenden Möglichkeiten, weitere KZ-Häftlinge für den Rüstungseinsatz zu rekrutieren, zwangen SS und Industrie zu einer möglichst langen und intensiven Ausbeutbarkeit des vorhandenen Häftlingsbestandes. [...] Die Frauen wurden ohne Rücksicht auf ihre körperlichen Voraussetzungen und unter völliger Mißachtung der Folgen gesundheitsschädigender Arbeiten für den Organismus eingesetzt" ( Irmgard Seidel, Weibliche Häftlinge des KZ Buchenwald in der deutschen Rüstungsindustrie, in: Informationen. hrsg. vom Studienkreis: Deutscher Widerstand, Juni 2002)

 

http://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/handle/urn:nbn:de:hebis:34-2009010525520

Dieter Vaupel: Spuren die nicht vergehen. Eine Studie über Zwangsarbeit und Entschädigung. Nordhessen im Nationalsozialismus, Band 12. Verlag Gesamthochschulbibliothek, Kassel 2. Aufl. 2001, 407 Seiten.

Veranstaltungen

27. April 2022

 

"Wir lebten friedlich mit allen Nachbarn ..." - Erinnerungen an jüdisches Leben in Obervorschütz

 

Szenische Lesung mit musikalischer Begleitung

 

Dr. Dieter Vaupel und

Alida Scheibli

 

19.00 Uhr

Ort: Obervorschütz, Scheune in der Emsstraße 10

 

Begrenzte Plätze, Anmeldungen unter dieter.vaupel@t-online.de

 

13. Juli 2022

 

Theobald Fenner und das Pogrom vom September 1935 gegen Spangenberger Juden

 

Szenische Lesung mit musikalischer Begleitung

 

Dr. Dieter Vaupel und

Alida Scheibli

 

18.00 Uhr Gedenkstätte Breitenau/ Guxhagen

 

19. Oktober 2022

 

Jüdisches Leben in Felsberg. Integration - Verfolgung - Erinnerung

 

Vortrag

 

19.30 Uhr Homberg, Hotel Stadt Cassel

 

Veranstalter: Verein für hessische Geschichte und Landeskunde - Zweigverein Homberg

 

 

    Sonntagszeit vom 22/23.9.2018

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